Schlagwort-Archiv: München

Sapino

24 kleine Läden – Ladentürchen Nr. 13

Margareta Tannenbaum ist Sporttherapeutin und verkauft Spielzeug. Wenn man ihren Laden in der Balanstraße betritt, eröffnet sich auf wenigen Quadratmetern ein fröhlich buntes Kinderparadies. Rechts führen ein paar kleine Stufen hoch in einen Nebenraum mit Matten und Sitzball. Hier bietet die zertifizierte Rückenschullehrerin Behandlungen an – Pilates, Massage oder auch Rückbildungskurse für Mütter.

Das Sapino gibt es schon seit einem halben Jahrhundert. Gegründet wurde der Laden als Holzspielwarenfachgeschäft von einem Ehepaar, er war Schreiner. Bis heute hat Margareta Tannenbaum viele Spielsachen aus Holz im Sortiment. Seit 16 Jahren steht sie hier in Haidhausen hinter der Theke, umgeben von Spielzeugautos, Memory und Krümelmonstern. Weiterlesen

Buch & Café Lentner

24 kleine Läden – Ladentürchen Nr. 12

Schon etwas gestresst vom Weihnachtseinkauf? Dann könnte die Balanstraße eine gute Möglichkeit sein, um die Suche nach Geschenken mit dem Angenehmen zu verbinden. Ja, ganz genau: die Balanstraße. Auch für mich war sie lange vor allem eine Verkehrsachse. Bis ich auf dem Weg vom Isarhochufer nach Haidhausen unversehens in der Buchhandlung Lentner landete.

Buchläden ziehen mich immer an. Dieser Besuch war für mich allerdings wirklich ein Ereignis. Jazzmusik im Hintergrund, der Duft von frischem Kaffee und ausgesuchte Rotweine, auf Treppenstufen und neben Belletristik – dem Himmel fühlte ich mich ganz nah. Weiterlesen

Die Strumpf-Tante

24 kleine Läden – Ladentürchen Nr. 11

Ein gutes Paar Strümpfe auf dem Gabentisch, in vielen Familien war das früher nicht unüblich. Kann man auch heute noch Strümpfe zu Weihnachten schenken? „Auf jeden Fall“, sagt Ingrid Staab. Und sie muss es wissen. Seit mehr als 30 Jahren ist sie Geschäftsführerin der legendären Strumpf-Tante in der Hohenzollernstraße. Zum Nikolaus werden gerne Strümpfe in fröhlichen Designs verschenkt, beobachtet sie. Zu Weihnachten dann vor allem hochwertige, die etwas Besonderes sind. Auch Männer seien in Strumpf-Fragen offener geworden. „Viele tragen inzwischen gerne bunt und mit Mustern.“

Die „Strumpf-Tante“, 1937 als Fachgeschäft für Strümpfe, Trikotagen und Kurzwaren gegründet, ist eine Institution, mitten im Herzen Schwabings. Schon Erich Kästner deckte sich in dem kleinen Laden mit wollenen Strümpfen und „Pagenschlüpfern Feinripp“ ein. In einem dicken Album, das Ingrid Staab in der Theke verwahrt, kleben Autogrammkarten: Viele prominente Kundinnen wie Michaela May, Veronica Ferres oder Gaby Dohm haben sich hier schon bei der Auswahl ihrer Nylons beraten lassen. Die Schauspielerin Christine Kaufmann fuhr immer mit dem Radl vor. Weiterlesen

Okomoi

24 kleine Läden – Ladentürchen Nr. 10

Wenn der Schnee fällt, sieht Lena Höfer auf dem Schlittenberg wieder alle Kinder mit ihren Mützen herumlaufen. Vor sieben Jahren fing die gelernte Mediendesignerin damit an, für ihren Sohn T-Shirts und Pullis zu bedrucken. In fröhlichen Designs, mit bunten Bäumen, Füchsen oder Walen. „Farbiges gab es für Jungen kaum, und für blau-weiß-Geringeltes war er einfach nicht der Typ.“ Der damals Sechsjährige schaut von einem der großen Kinderporträts herab, die in ihrem Geschäft an den Wänden hängen. Er trägt einen Kapuzenpulli mit herbstgelben Blättern, Glückspilzen und kleinen Käfern, die Hände sind in den Hosentaschen vergraben.

Das OKOMOi fiel mir auf dem Weg zum HP8 auf, dem Ausweichquartier des Gasteigs in Sendling. Der kleine Laden für „Schönes und Geschenke“ liegt direkt an der Brudermühlstraße – ein Farbklecks an der vielbefahrenen Straße, mit bunter Wimpelkette über dem Eingang. „Ich wollte mich schon immer selbstständig machen“, erzählt Lena Höfer. Sie wusste nur nicht womit. Als das Ladenlokal in ihrem Wohnhaus frei wurde, griff die Mutter von zwei Kindern zu und gründete ihr Modelabel OKOMOi. Cousin Tobi, ein Waldkindergarten-Erzieher, steuerte die Illustrationen bei, aus denen die Gründerin Stoffmuster für ihre in Griechenland und Portugal gefertigte Biomode erstellte. Weiterlesen

Schuh Hiegl

24 kleine Läden – Ladentürchen Nr. 7

Gutscheine sind vielleicht nicht jedermanns Sache, aber wenn sie so daherkommen… Dieses zierliche Kunstwerk aus Papier fand ich im letzten Jahr unterm Weihnachtsbaum. Nur wenig später war ich stolze Besitzerin von Schuhen, die ich mir komplett selbst designt habe. Form, Farbe, Material – es war ein einziges Wünschdirwas.

Kurz nach den Festtagen stand ich bei Schuh Hiegl in der Belgradstraße. Und war beeindruckt. Noch nie hatte ich so viele extravagante Modelle auf einmal gesehen. Geblümt, im Leopardenlook oder mit Schottenkaro, in allen Farben des Regenbogens, viel Glitzer und in gewagten Kombinationen. Aber Schuh-Hiegl ist eben auch kein „normales“ Schuhgeschäft.

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24 kleine Läden

Schön einkaufen – ab morgen geht’s los!

Kleine Läden sind das Herz und die Seele einer Stadt. Mit ihren liebevoll und individuell zusammengestellten Sortimenten, in denen sich herrlich stöbern lässt, beleben sie jedes Viertel. Und doch lässt sich an jeder Straßenecke beobachten, wie schwer sie es haben: Leere Ladenlokale, wohin man schaut.

Deshalb dreht sich hier auf Mehr als Maloche in der Vorweihnachtszeit alles ums “schöne” Einkaufen: Vom 1. Dezember bis zum Heiligabend stelle ich jeden Tag einen kleinen Laden vor, der irgendwie besonders ist.

Viele dieser Geschäfte kenne ich als Kundin schon seit Jahren, manche lagen auf meinem Weg, andere entdeckte ich in den letzten Wochen durch puren Zufall. Was ich bei meiner Recherche in Münchner Vierteln gerade besonders genieße: Ich lerne so viel Neues kennen! Denn hinter jedem kleinen Laden steckt eine Geschichte.

Jenseits von 08/15

Klar, die angeblich so „stade“ Zeit ist für die meisten vor allem hektisch und voller Termine. Es kann sehr verführerisch sein, Geschenke online zu bestellen, um Wege zu sparen und dem Trubel zu entgehen. Und viele Adressen hat man vielleicht gar nicht so auf dem Schirm. Dabei kann ein Einkauf so viel mehr sein als ein Klick auf den Bestell-Button – gerade jetzt, in der Vorweihnachtszeit.

Der Plan für dieses Projekt reifte schon länger. Im ersten Corona-Advent, mit Masken und Lockdowns, fing ich an zu recherchieren und kaufte meine Geschenke direkt über die Macherinnen und Macher oder bei inhabergeführten Läden. Dabei bin ich geblieben, und fand immer mehr Spaß daran.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen Advent – und viele nette Einkaufserlebnisse beim Stöbern und Entdecken!

 

Bilder: Gunda Achterhold