Kategorie-Archiv: Sprache & Medien

Reingerutscht ins Marketing

Als ich mit Stephanie Perret zum ersten Mal ins Gespräch kam, dachte ich: Wow, was für ein Werdegang! Mir imponierte die Courage, mit der sich die 39-Jährige immer wieder neue Aufgaben sucht. Und die Energie, mit der sie sich für Menschen einsetzt, die Hilfe brauchen. Ohne Studium, aber mit einem guten Gespür bei der Wahl ihrer Arbeitgeber, war die Berufseinsteigerin nach einer Ausbildung zur Zahnarzthelferin ins Marketing gerutscht. Sie arbeitete für Konzerne wie Red Bull, organisierte „Hochzeiten auf der Alm“, nahm eine syrische Familie auf und engagierte sich nebenberuflich als Familienbegleiterin in der Kinderhospizarbeit. Daraus ist ein Beruf geworden:  Seit anderthalb Jahren managt Stephanie Perret die Öffentlichkeitsarbeit  der Stiftung Ambulantes Kinderhospiz in München. „In der freien Wirtschaft würde ich deutlich mehr verdienen“, räumt sie ein. „Aber meine Arbeit hier macht Sinn und das ist gut.“

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Verlegerin mit Sinn fürs eBook

„Als Unternehmerin kann ich meine eigenen Regeln aufstellen“

Beate Kuckertz, Gründerin des dotbooks Verlags

New York, im Juni 2009. Beate Kuckertz trifft eine Literaturagentin in New York, als der legendäre Virgin Megastore die letzten noch verbliebenen Platten und das Mobiliar verramscht. Das Aus für den letzten großen Musikladen in ganz Manhattan trifft die Besucherin aus Deutschland ins Mark. „Die dramatischen Veränderungen auf dem Musikmarkt zeichneten sich damals schon länger ab“, stellt sie rückblickend fest. „Diese Schließung war dennoch ein einschneidendes Erlebnis für mich – und ein Vorbote dessen, was auch auf die Buchbranche zukommen würde.“ Desillusioniert kehrte die Verlagsleiterin, die bei der Münchner Verlagsgruppe Droemer Knaur für die belletristischen Programme zuständig war, nach Deutschland zurück. „Ich hatte einen wirklich großartigen Job und fand die Aufgabe immer sehr inspirierend“, betont die heute 52-Jährige. „Aber trotz der absehbaren Krise ging alles weiter wie gehabt.“ Im Jahr darauf hatte Beate Kuckertz genug von der Scheuklappen-Mentalität ihrer Branche. Nach zwölf Jahren kündigte sie ihre Stelle bei der Unternehmensgruppe. Ohne einen Plan B in der Tasche zu haben.

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